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„Schreibcamp Emotionen. Die 29-Tage-Fitness für Ihren Roman" von Stephan Waldscheidt

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Schreibratgeber sind oft eine gute Hilfe für angehende und teilweise auch für erfahrene Autoren, wenn es darum geht, dazuzulernen. Warum denn auch nicht? In so gut wie jedem Beruf existieren Lehrmaterialien, Fachbücher und Fortbildungen, um über sich hinauszuwachsen und sich neue Fertigkeiten anzueignen.
Ein guter Schreibratgeber kann also Gold wert sein.

So hat Stephan Waldscheidt sich in diesem Bereich durchaus einen Namen erarbeitet. Sein Buch „Plot & Struktur: Dramaturgie, Szenen, dichtes Erzählen. Meisterkurs Romane schreiben“ ist zu einem guten Leitfaden für viele Autoren geworden. Grund genug, um nun das Werk „Schreibcamp Emotionen“ genauer unter die Lupe zu nehmen.

Emotionen in einem Roman zu erzeugen, ist eine der wichtigsten Aufgaben eines Autors. Wer möchte denn nicht seine Leser zum Lachen oder Weinen bringen? Sie dazu verleiten, sich in eine Romanfigur zu verlieben oder diese abgrundtief zu hassen? Sich freuen, wenn dem Helden etwas gelingt, und mitfiebern, wenn er dabei ist, zu scheitern?
Ein Buch, das einen kalt lässt, ist schnell vergessen. Doch wie bewegt man seine Leser, wie bringt man sie dazu, mitzufühlen?
Leider gibt es auf dem deutschen Buchmarkt so gut wie keine Ratgeber zum Thema Emotionen, meistens wird dieses Thema in einem anderen Fachbuch als Unterpunkt behandelt. Das kommt definitiv zu kurz! Vielleicht deshalb springt „Schreibcamp Emotionen“ einen buchstäblich an, wenn man nach Büchern zu diesem Thema sucht.

Der Anfang dieses Schreibratgebers ist definitiv vielversprechend! Schon hier unterscheidet der Autor zwischen drei Bereichen: Emotionen der Autoren beim Schreiben, Emotionen der Figur und Emotionen der Leser. Eine wichtige Unterteilung, um zu analysieren, an welchen Punkten man was und vor allem wie erreichen kann. Während man auf die Emotionen der Leser nur indirekt Einfluss nehmen kann, hat man zumindest die Figuren gut im Griff. Reicht es aus, um ein emotionales Buch zu schreiben?

Doch die Analyse dieser einzelnen Bereiche ist im Ratgeber weiterhin kaum vorhanden. Die Beispiele, die der Autor bringt, sind allesamt eher simpel gestrickt:
„Als er sie das erste Mal sah, fühlte er sich, als hätte ihm eine gute Fee ein eigens für ihn entwickeltes iPhone geschenkt, das noch dazu seinen Lieblingskaffee kochen konnte. Liebe auf den ersten Blick – ein altes Gefühl. Aber auf diese Wiese wurde es bestimmt noch nie beschrieben. Sie können das auch. Und besser.“

Jepp.
Das kann man tatsächlich besser.
Natürlich ist jedem klar, was der Autor zeigen wollte. Man sollte nach originellen Beschreibungen suchen, wagen, Ungewöhnliches auszuprobieren. Doch dieser Satz geht vollkommen daneben. Leider gibt es keine guten Beispiele aus - zum Beispiel - bereits veröffentlichten, erfolgreichen Büchern. Warum nicht?

Die gezielten Untersuchungen, wie Emotionen in den Texten entstehen, bleiben in diesem Ratgeber leider sehr an der Oberfläche. Der einzige Tipp, der nach der Lektüre im Gedächtnis bleibt, lautet: „Finde das Gefühl XY in deinem Roman und verstärke es“. Das ist leider etwas dürftig für so ein komplexes Thema.

Fazit: Für einen blutigen Anfänger ist das sicherlich eine gute Anleitung, um sich mit Emotionen auseinanderzusetzen und seinen eigenen Text nach Stellen mit Emotionspotenzial abzuklopfen. Für etwas erfahrenere Autoren stellt dieser Ratgeber eher einen Reinfall dar!

Olga A. Krouk

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