„Kreativ Schreiben: Handwerk und Techniken des Erzählens“ von Fritz Gesing

Schreiben ist Handwerk. Ausgehend von dieser These wird „Creative Writing“ seit Jahrzehnten ganz selbstverständlich an amerikanischen Colleges und Universitäten unterrichtet. Im Gegensatz dazu herrschte im deutschsprachigen Raum lange Zeit die Ansicht vor, Schreiben sei vor allem eine Kunstform. Bezugnehmend auf eine Aussage von Wolfgang Weyrauch, dass Schreiben „zweifellos eine Symbiose von Handwerk und Geheimnis ist“, erklärt Fritz Gesing gleich am Beginn seines Buches, er wolle nicht an Geheimnissen rühren, aber „über den Rest lässt sich reden.“

Anliegen des Autors ist es, „Voraussetzungen und die grundlegenden Techniken des Erzählens zu vermitteln, das sich an dramatischen Geschichten ausrichtet.“ Als Germanist, der über Max Frischs Roman „Stiller“ promoviert hat, ist Gesing zweifellos ein ausgewiesener Literaturkenner, der aus einem reichen Fundus literarischer Werke schöpft. Alle im Buch vorgestellten Techniken illustriert der Autor anhand prägnanter Beispiele aus der Weltliteratur. Denn für Gesing besteht ein untrennbarer Zusammenhang zwischen Leben, Lesen und Schreiben, was er im ersten Kapitel herausarbeitet.

Zum Standardwerk avancierte Kreativ Schreiben sicher deshalb, weil alle Grundlagen des Erzählens – wie Erzählstoff, Handlungsdramaturgie, die Rolle von Protagonisten und Nebenfiguren sowie deren Charaktere und die Erzählperspektive – ausführlich und anschaulich dargestellt werden. Doch das von Gesing behandelte Themenspektrum ist so breit, dass er seinen Lesern weit mehr als nur Grundwissen vermittelt.

Techniken der Erkundung werden ebenso thematisiert wie autobiografisches Schreiben, Voraussetzungen der Inspiration und kreative Strategien. Wie vertraut Gesing mit Schreibprozessen ist, wird beispielsweise bei seinen Ausführungen zu Selbstzweifeln und Schreibblockaden deutlich. Und gerade hier erweist sich eine weitere Stärke dieses Buches. Gesing ist einerseits überzeugt, dass jeder Autor und jede Autorin auch mit Ängsten und Schreibhemmungen leben muss. Gleichzeitig bietet er eine Zusammenfassung praktikabler Tricks, mit deren Hilfe Autoren sich von solchen Blockaden befreien können. Deshalb profitieren nicht nur Anfänger von der Lektüre dieses Buches, sondern auch erfahrene Schreiber.

Einschränkend bemerkt der Autor: „Selbstverständlich bin ich mir bewusst, dass alle Ratschläge nur Vorschläge sein können, Hinweise und hilfreiche Tipps, Wegweiser und Ge(h)hilfen, keine Bedienungsanleitungen oder Rezepte, die einen Erfolg garantieren.“

Leserfreundlich und didaktisch geschickt aufgebaut eignet sich Gesings Buch auch zum Selbststudium. Ebenso gut kann es jedoch als Lehr- und Arbeitsbuch genutzt werden. Wichtige Abschnitte sind optisch hervorgehoben. Sämtliche Checklisten wie auch die Hinweise zum Überarbeiten und Redigieren von Texten sind ausgesprochen praxistauglich. Unter der Überschrift „Übung macht den Meister“ finden sich am Schluss des Buches zusätzlich eine Reihe von Anregungen und Aufgaben. Bei seinen Literaturempfehlungen beschränkt sich Gesing – im Unterschied zu vielen anderen Autoren – nicht auf eine simple Auflistung. Die inhaltliche Gliederung der Literaturhinweise ermöglicht es Lesern, entsprechend ihrer Interessen schnell fündig zu werden.

kreative schreibtipps

Ablauf Online-Fernstudium

kreative schreibtipps

Schreibtipps

kreative schreibtipps

FAQ - Häufige Fragen

jetzt anmelden

teilnehmer02.png

ZFULogo2013 Transparent

Unsere Onlineseminare sind bei der staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) registriert.

Mehr erfahren ...

 teilnehmerbereich